Aromadichte Bahnen

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Aromadichte Bahnen, ein schwieriges Thema

Aromadichte Dampfbremsen

Es gibt Empfehlungen die Innenraumluft vor Konstruktionen, die mit (alten) Holzschutzmittel kontaminiert sind, zu schützen, indem aromadichte Dampfbremsen eingesetzt werden.

Grundsätzlich ist es möglich durch spezielle Schichtung verschiedener Polymer-Ebenen eine abbremsende (jedoch nicht sperrende) Wirkung gegenüber unpolare Aromate zu erzeugen.

Das Problem besteht jedoch darin, dass viele Holzschutzmittel auch polare Bestandteile enthalten. Diese können weiterhin ungehindert durch die Ebene wandern.

Alu-Dampfsperren

Alternativ besteht die Option mit dampfsperrenden Aluschichten die Schadstoffe einer kontaminierten Konstruktion zurück zu halten. Aber Vorsicht, hierbei gilt zu beachten:

  • Die Konstruktion ist nach außen diffusionsoffen auszubilden, damit sich in der Konstruktion kein Gasstau bilden kann.
  • Die Konstruktion lässt keine Umkehrdiffusion zu (Sommerkondensat).
  • Es ist in besonderer Weise auf die Luftdichtheit der Alu-Ebene zu achten. Dabei sind auch ausschließlich hochwertige, dauerhafte Anschlussverklebungen auszuführen. Der abschließende Blower Door-Test (nur mit Überdruck !) sollte obligatorisch sein.

Jedes Risiko der möglichen Entladung entstandenen Gasstaus zum Innenraum muss ausgeschlossen werden!

Zusatzmaßnahme: Spezielle Steuerung der Lüftungsanlage

Regulär ist eine Lüftungsanlage so eingestellt, dass

  • im Winter im Haus ein Unterdruck entsteht (negativer Druck). Somit wird die Gefahr des Eindringens feuchter Raumluft in die Konstruktion herabgesetzt. Im Umkehrschluss dringt eher kalte Außenluft in die Konstruktion und führt durch die Erwärmung zu trocknenden Effekten.
  • In hiesigen Klimazonen weniger von Bedeutung ist die sommerliche Einstellung bei der im Haus ein Überdruck entsteht (positiver Druck). Somit dringt weniger feuchte Luft von außen in das Gebäude bzw. die Konstruktion. Auf Grund der kurzen Perioden schwüler Witterungsverhältnisse ist diese Einstellung eher in den Subtropen gebräulich.

Bei Schadstoffen in der Konstruktion sollte die Lüftungsanlage, abweichend vom genannten Regelbetrieb,

  • im Heizbetrieb neutral und
  • im Sommer positiv eingestellt sein. Damit werden im Sommer (Situation der Rückdiffusion) Schadstoffe eher nach außen geleitet.

Die Einstellung der Anlage auf positiven Druck im winterlichen Betrieb ist nicht zu empfehlen. Bei einem diffusionsdichten Unterdach ist diese Einstellung komplett abzulehnen.

Sonderregelung: hinterlüftete Konstruktion
Die hinterlüftete Konstruktion eines mit Holzschutzmitteln belasteten Dachstuhl eröffnet die Möglichkeit die Lüftungsanlage auch ganzjährig mit Überdruck zu fahren; - im Winter geringer und im Sommer stärker.

Voraussetzung einer zu diesem Zweck gezielt gesteuerten Lüftungsanlage ist ein hoher Anspruch an die Qualität der Lüftungsanlage, insbesondere die Hygiene und ggf. erforderliche Filtertechnik (H1-Filter).

Bindende Anstriche

Es existieren Aussagen, wonach bestimmte Anstriche in der Lage sind z. B. PCB zu binden. Aber Achtung: Demnach können komplexere Rezepturen andere Stoffe weiterhin an die Raumluft abgeben.
Unter Umständen besteht auch die Gefahr, dass die Wirkung der Anstriche mit der Zeit nachlässt. Nähere Informationen hierzu liegen aktuell jedoch nicht vor.

Kombination der Maßnahmen

Eine Kombination aus 'bindendem Anstrich', 'Alufolie mit hoher Luftdichtheit' und 'speziell gesteuerter, hochwertiger Lüftungsanlage' ist demnach die optimale Lösung für ein rückbaufreies Konzept.

Formaldehydsanierung mit Schafswolle

Nach Angabe des EGGBI gelingt die Sanierung Formaldehyd belasteter Räume mit Schafwolle immer wieder auf beeindruckende Weise.
Siehe auch:


Rückbau ist immer der Königsweg !

Den besten Schutz vor Schadstoffen in der Innenraumluft bietet natürlich der fachmännische Rückbau kontaminierter Bauteile, - mit allen erforderlichen Schutzmaßnahmen!


Grundsätzlich ist eine umfassende Analyse vorliegender Schadstoffe zu empfehlen. Sie bietet eine Basis der Erarbeitung eines optimierten Lösungskonzepts.

Ferner ist die körperliche Konstitution künftiger Bewohner im Einzelfall zu prüfen. Spätestens bei bereits bekannten Sensitivitäten, ist ein Umweltmediziner hinzuzuziehen, um das Ergebnis der Schadstoffanalyse im Zusammenhang mit dem Sanierungskonzept abzustimmen.



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Siehe auch


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